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TTBL richtet erstes Deutsch-Chinesisches Wirtschaftsforum aus | Timo Boll: „Sport kann ein Vorbild sein“

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TTBL richtet erstes Deutsch-Chinesisches Wirtschaftsforum aus | Timo Boll: „Sport kann ein Vorbild sein“

TTBL richtet erstes Deutsch-Chinesisches Wirtschaftsforum aus | Timo Boll: „Sport kann ein Vorbild sein“

Im Rahmen der Premiere des Leapmotor Pokal Grand Opening hat die Tischtennis Bundesliga (TTBL) mit dem Generalkonsulat der Volksrepublik China in Frankfurt am Main und der Akademie Deutscher Weltmarktführer (ADWM) erstmals das Deutsch-Chinesische Wirtschaftsforum ausgerichtet. Rund 100 geladene Entscheiderinnen und Entscheider aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Spitzensport kamen dafür in Nürnberg zusammen.

Wenige Meter von den Tischtennis-Tischen entfernt, auf denen am Samstag das Achtelfinale um den Deutschen Tischtennis-Pokal ausgetragen wurde, ging es beim Deutsch-Chinesischen Wirtschaftsforum presented by Leapmotor um die Frage, wie eine zukunftsfähige wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Deutschland und China aussehen kann.

Zu den Teilnehmern und Referenten gehörten neben hochrangigen Unternehmern und Wissenschaftlern unter anderen Tischtennis-Weltstar Timo Boll, der Ökonom Prof. Dr. Marcel Fratzscher (Präsident DIW Berlin), der ehemalige Bundesminister Rudolf Scharping, Opel-CEO und Stellantis-Germany-Chef Florian Huettl, der chinesische Generalkonsul Huang Yiyang, Dyn-CEO Andreas Heyden sowie der ehemalige Wirtschaftsminister Baden-Württembergs und ADWM-Gründer Dr. Walter Döring. Durch den Nachmittag in der Kia Metropol Arena führten die Fecht-Olympiasiegerin und China-Kennerin Britta Heidemann und der ZDF-Sportjournalist Norbert König.

TTBL betritt Neuland mit dem Deutsch-Chinesischen Wirtschaftsforum

Das Deutsch-Chinesische Wirtschaftsforum war eingebettet in das Leapmotor Pokal Grand Opening und fand parallel zum sportlichen Programm statt. Tischtennis, in Deutschland wie in China fest verankert, bildete den Rahmen für den wirtschaftlichen Austausch. Der Leitgedanke: Sport schafft Vertrauen – Vertrauen schafft wirtschaftliche Kooperation.

Damit übernimmt die TTBL eine Rolle, die üblicherweise Auslandshandelskammern und Wirtschaftsdelegationen zufällt. „Mit dem Deutsch-Chinesischen Wirtschaftsforum betritt die TTBL Neuland. Mir ist aktuell kein vergleichbares Format im deutschen Profisport bekannt, bei dem eine Liga Unternehmen, Politik und internationale Partner in dieser Form zusammenbringt“, sagt Nico Stehle, Geschäftsführer der Tischtennis Bundesliga GmbH.

Persönliche Beziehungen werden zu hartem Wirtschaftsfaktor

Inhaltlich kreiste das Forum um eine These, die alle Programmpunkte verband: dass persönliche Beziehungen in einem geopolitisch schwieriger gewordenen Umfeld zum harten Wirtschaftsfaktor werden. In verschiedenen Executive Talks beleuchteten die Teilnehmenden die aktuelle Situation der Wirtschaft der beiden Länder sowie die Chancen und Risiken einer vertieften Zusammenarbeit.

„Es gibt eine lange Verbindung zwischen Deutschland und China“, sagte ADWM-Geschäftsführer Döring zur Begrüßung. „Ich bin der Überzeugung: Man kann die zweit- und die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt nicht entkoppeln.“

TTBL erzielt 800 Millionen Kontakte pro Saison

Die TTBL begründet ihre Rolle als Gastgeberin mit der internationalen Verbreitung des Sports und der eigenen Präsenz im chinesischen Markt. „Tischtennis nimmt sowohl in Deutschland als auch in China einen hohen Stellenwert ein. Ich bin davon überzeugt, dass unser Sport damit die perfekte Brücke ist, um auch abseits des Tisches eine noch stärkere Annäherung und Zusammenarbeit der beiden Länder anzuregen“, erklärt TTBL-Geschäftsführer Stehle. „Weltweit sprechen wir von mehr als 600 Millionen Tischtennis-Fans. Allein in China gibt es mehr als 100 Millionen aktive Spieler. Tischtennis ist eine der größten Sportarten der Welt. Mit unserem Medienpartner Dyn haben wir in der vergangenen Saison allein in China mehrere hundert Millionen Menschen mit der TTBL erreicht. Insgesamt erzielt die Liga inzwischen einen weltweiten Media Reach von rund 800 Millionen Kontakten pro Saison.“

Vor allem seit dem Wechsel von Fan Zhendong in die TTBL im Sommer 2025 erfährt die TTBL einen Aufmerksamkeitsschub in China. Über die Beziehung zum chinesischen Superstar sprach Timo Boll – und zeigte an diesem persönlichen Beispiel exemplarisch, wie eine harmonische Kooperation über Nationengrenzen hinweg gelingen kann. „Wir haben schon Kurzurlaube zusammen verbracht, wir haben auch schon Weihnachten zusammen verbracht“, sagte das deutsche Tischtennis-Idol. „Das zeigt, dass trotz großer Konkurrenz ein Austausch und ein Miteinander stattfinden können. In dieser Haltung kann der Sport ein Vorbild sein, für die Politik und für die Wirtschaft. Ich habe viel von den Chinesen gelernt, und ich glaube, sie haben umgekehrt auch etwas von mir gelernt.“

Sport schafft Vertrauen, Vertrauen schafft Kooperation

An die verbindende Kraft des Sports appellierte der chinesische Generalkonsul Huang. „Tischtennis ist nicht nur ein faszinierender Sport, sondern er hat die Kraft, Menschen zusammenzubringen und Brücken zu bauen“, sagte er. „Sport schafft Vertrauen. Und Vertrauen schafft wirtschaftliche Kooperation. Wir blicken zuversichtlich nach vorne – und möchten darüber sprechen, was wir in Zukunft gemeinsam tun und wie wir Impulse für die deutsch-chinesischen Beziehungen setzen können.“

Zwischen den Programmpunkten und im Anschluss bot das Deutsch-Chinesische Wirtschaftsforum ausreichend Raum für Gespräche in der Hospitality-Area, unter anderem im Format „Play with the Legends“, bei dem die Gäste ein paar Bälle mit Timo Boll wechseln konnten.

Marcel Fratzscher zeichnet grundsätzlich positives Lagebild

Geht es um die deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen, dann ist häufig die Automobilindustrie gemeint. Einblicke in aktuelle Entwicklungen gab Florian Huettl: „Die Autoindustrie ist eine der wichtigsten Industrien in Deutschland und Europa und ein zentraler Treiber für den Wohlstand. Deshalb ist die Diskussion über ihre Leistungsfähigkeit so wichtig“, sagte der Managing Director von Stellantis Germany, der sich mit der Marke Leapmotor als Partner des Tischtennis-Sports in Deutschland engagiert. „Die Branche steckt in einer Transformation – hin zu CO2-Neutralität und einer neuen Antriebstechnik. Das erfolgreiche Geschäftsmodell der vergangenen Jahre muss umgebaut werden.“

Ein grundsätzlich positives Lagebild, wenngleich mit Herausforderungen belastet, zeichnete Marcel Fratzscher. „Ich bin überzeugt, dass die Stimmung in Deutschland deutlich schlechter ist als die Realität. Wir haben tolle mittelständische Unternehmen, die hochinnovativ und wettbewerbsfähig sind“, leitete der Ökonom ein und forderte eine Diversifizierung der Wirtschaft: „Wir müssen nicht weniger offen werden, wie es einige derzeit fordern – sondern wir müssen noch offener werden.“

„Zukunft liegt in Innovation, in Risikobereitschaft, in Kooperation“

Ähnlich argumentierte Rudolf Scharping: „Ein Land, das derart international verflochten und grundsätzlich in einem so guten Zustand ist wie Deutschland, darf keine Mauern bauen, sonst beschädigt es seine eigene Zukunft“, sagte der ehemalige Bundes-Verteidigungsminister, der inzwischen als Unternehmensberater und Investor aktiv ist. „Unsere Zukunft liegt in Innovation, in Risikobereitschaft, in Kooperation, in Wettbewerb – insbesondere mit China.“

Die Initiatoren verstehen das Deutsch-Chinesische Wirtschaftsforum als langfristige Plattform für Austausch, Vernetzung und Kooperation. Ziel ist es, Unternehmen, Institutionen und Entscheidungsträger beider Länder dauerhaft miteinander zu verbinden und neue Impulse für internationale Zusammenarbeit zu schaffen. Bereits die Premiere hat gezeigt, welches Potenzial in dieser Verbindung liegt.

„Die große Resonanz bestätigt, dass der Tischtennis-Sport weit mehr sein kann als eine sportliche Bühne“, sagt TTBL-Geschäftsführer Stehle. „Die TTBL verfügt heute über einzigartige Verbindungen zwischen Deutschland und China. Diese möchten wir künftig noch stärker nutzen, um Menschen, Unternehmen und Institutionen miteinander ins Gespräch zu bringen.“

Beitragsbild oben: Timo Boll (Mitte) im Gespräch mit Huang Yiyang (rechts) und Norbert König. (Foto: BeLa Sportfoto)

TTBL Redaktion
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30.08.2026

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