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Interview mit Bogdan Pugna (Trainer TTF Liebherr Ochsenhausen): „Der Mut unserer Spieler freut mich"

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Interview mit Bogdan Pugna (Trainer TTF Liebherr Ochsenhausen): „Der Mut unserer Spieler freut mich"

Interview mit Bogdan Pugna (Trainer TTF Liebherr Ochsenhausen): „Der Mut unserer Spieler freut mich"

Die TTF Liebherr Ochsenhausen haben sich in der Tischtennis Bundesliga (TTBL) nach der Anfangsphase der Saison ohne Niederlage in der Spitzengruppe festgesetzt. Vor dem Topspiel der fünften Runde am Sonntag gegen Triple-Sieger 1. FC Saarbrücken-TT spricht TTF-Trainer Bogdan Pugna über die Leitlinien seiner Arbeit bei den Oberschwaben, die Entwicklung von Doppel-Weltmeister Shunsuke Togami und das Wiedersehen mit Vizeweltmeister Hugo Calderano.

Bogdan Pugna, vier Siege in vier Bundesliga-Spielen - Ihre TTF Liebherr Ochsenhausen stehen nach dem ersten Saisonabschnitt glänzend da. Haben Sie mit einem so makellosen Zwischenergebnis gerechnet oder zumindest darauf gehofft?

Wir sind natürlich sehr zufrieden mit einem solchen Start, aber unser Hauptaugenmerk liegt nicht primär auf dem Ergebnis an sich. Die Aufgabe, die mir der Verein nach zwei gemeinsamen Titeln übertragen hat, besteht darin, in Zusammenarbeit mit der Vereinsführung und dem gesamten Stab eine junge Mannschaft aufzubauen. Vorerst konzentrieren wir uns auf die Entwicklung der Spieler; natürlich bereiten wir uns bestmöglich vor, um jedes Spiel zu gewinnen, aber uns ist auch bewusst, dass unsere Gegner eine bessere Leistung zeigen könnten als wir. Es stehen noch 18 Spiele in der regulären Saison aus, und es sind viele verschiedene Szenarien denkbar.

Die Bilanz wäre durch den Einzug in Liebherr Pokal Final4 noch glänzender erschienen. Wie sehr schmerzt das Aus im Viertelfinale nach dem vorherigen 3:1-Coup gegen den großen Favoriten Borussia Düsseldorf und Olympiasieger Fan Zhendong noch?

Natürlich hat unser Ausscheiden aus dem Pokal für einige Tage der Enttäuschung gesorgt. In unserem Viertelfinale aber verfügte der TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell über weitaus mehr Erfahrung als wir, und sie haben ihr Leistungsniveau so weit gesteigert, dass sie uns schlagen konnten. Dennoch versuchen wir, an den sportlichen Werten und dem Kampfgeist festzuhalten, die unsere Spieler gegen Düsseldorf gezeigt haben; wir wussten, dass ein Sieg möglich war, und haben daher alles unternommen, um erfolgreich zu sein. Die gegnerische Mannschaft bestand aus Spielern von enormem Format, daher freue ich mich sehr über den Mut, den unsere Spieler gezeigt haben. Ich glaube, dass diese Erfahrung für die Zukunft dieser jungen Mannschaft – der jüngsten der Liga, wenn ich mich nicht täusche - sehr wertvoll sein wird.

Hatten Sie für das erste TTBL-Spiel nach dem unglücklichen Pokal-Aus beim TSV Bad Königshofen auch eine negative Reaktion befürchtet oder waren Sie von einer so souveränen Rückkehr in die Erfolgsspur ausgegangen?

Ich denke, es gehört zu unserer Aufgabe, uns emotional so schnell wie möglich zu erholen und zu versuchen, das nächste Spiel zu gewinnen. Trotz der Enttäuschung, die wir wenige Tage zuvor erlebt hatten, haben meine Spieler in Bad Königshofen wieder großen Siegeswillen gezeigt. Wir spielten dabei ohne Shunsuke Togami, wobei man auch das Fehlen von Bastian Steger beim Gegner nicht unterschätzen darf, da er nach wie vor ein sehr gefährlicher Spieler ist. Generell hat aber der Entwicklungsprozess für uns weiterhin oberste Priorität.

Insgesamt fällt bei den bisherigen TTF-Siegen die Verteilung der Punkte auf alle Spieler auf. Die letzten beiden Erfolge gelangen sogar entweder ohne einen Punkt von Togami oder sogar ganz ohne Ihren Weltmeister. Ist Ihre Mannschaft tatsächlich auch schon in der Breite so gut?

Meiner Meinung nach ist Shunsukes Leistungsniveau derzeit nicht mit dem der anderen Spieler im Team zu vergleichen. Er ist unser Führungsspieler, was er schon mehrfach unter Beweis gestellt hat. Allerdings führen die Teilnahmen an bestimmten WTT-Wettbewerben und andere gesundheitliche Gründe dazu, dass wir nicht immer in voller Besetzung antreten können. Es liegt in meiner Verantwortung, eine Mannschaft aufzubauen, die unter allen Bedingungen gute Leistungen erbringen kann. Gleichzeitig sind wir uns der außergewöhnlichen Qualität unserer Ligakonkurrenten bewusst, weshalb wir täglich hart an uns arbeiten, um uns zu verbessern.

Togami wirkte vor allem zum Saisonstart gegen Final4-Kandidat TTC Schwalbe Bergneustadt und im Pokal gegen Düsseldorf noch reifer und noch mehr als echte Nummer eins als in den vergangenen Jahren. Wie würden Sie seine Entwicklung beschreiben?

Als Shunsuke 2024 wieder zu unserem Team stieß, brachte er sehr klare Entwicklungsziele mit. Er ist ein Spieler von enormer Zielstrebigkeit, der alles daransetzt, einer der Besten der Welt zu werden. Um diese Ziele zu erreichen, hielten wir die Rolle einer Führungspersönlichkeit für entscheidend für seinen langfristigen Erfolg. Wir haben auf verschiedene Weise zusammengearbeitet, doch er hat zweifellos ein neues Maß an Verantwortung und Reife erreicht. Wir dürfen nicht vergessen, dass er erst 25 Jahre alt ist – für jeden ein noch junges Alter.

Als ein Erfolgsfaktor ist auch Iulian Chirita sowohl in der Meisterschaft als auch im Pokal gegen Düsseldorf in Erscheinung getreten. Ist er nach der 13:13-Bilanz in seiner vergangenen Rookie-Saison in der TTBL schon stabil genug als Togami-Vertreter?

Iulian ist ein junger Spieler, der sich gerade in der Welt des Profisports zurechtfindet, und er investiert dabei viel Mühe. Es ist richtig beobachtet, dass seine Ergebnisse belegen, dass er zu guten Leistungen und verantwortungsbewusstem Handeln fähig ist. Ich denke, die Zeit wird zeigen, wie weit sein Weg führen kann. Wir tun alles, um seine Entwicklung zu fördern – genau wie bei den anderen Teammitgliedern –, denn wir glauben an sein Potenzial.

Ihre Neuzugänge Darius Movileanu und Daniel Berzosa haben erfolgreiche TTBL-Premieren gefeiert, und auch Tiago Abiodun hat im dritten Anlauf punkten können. Ist Ihre Mannschaft auch ab der Nummer drei schon auf Augenhöhe mit den Final4-Kandidaten?

Ich freue mich sehr für Darius, Daniel und Tiago, dass auch sie ihre ersten Saisonpunkte für das Team holen konnten. Am wichtigsten sind mir ihre Lernprozesse und die Werte, die sie auf das Spitzenniveau mitnehmen werden. Siege verleihen ihnen jedoch zusätzlichen Enthusiasmus und den nötigen Antrieb, sich im Team zu bewähren. Es ist sehr schwer, diese Mannschaft mit anderen zu vergleichen, da die Erfahrungswerte stark variieren. Ich weiß nur, dass wir uns weiterhin auf unsere Werte und die Entwicklung jedes Einzelnen konzentrieren und ein Team bleiben werden, das stets bestrebt ist, sich zu verbessern.

Vor dem Topspiel beim Triple-Gewinner 1. FC Saarbrücken hat Ochsenhausen bereits doppelt so viele Punkte auf dem Konto wie in Ihrer ersten Saison als TTF-Trainer auf dem Weg zur Meisterschaft, und Ihre Mannschaft hat im Pokal schon gezeigt, dass sie gegen Düsseldorf und Fan Zhendong gewinnen kann. Könnte Ochsenhausen im erwarteten Zweikampf zwischen Saarbrücken und Düsseldorf zum lachenden Dritten werden?

Ein Spiel gegen Saarbrücken ist für unsere Mannschaft immer ein besonderes Ereignis. Sie waren in der vergangenen Saison das stärkste Team und haben ihre sportliche Klasse zuletzt Jahr für Jahr unter Beweis gestellt. Wir werden uns auf diese Begegnung genauso vorbereiten, wie auf alle anderen, auch wenn wir das Ergebnis letztlich nicht beeinflussen können.

In Saarbrücken könnte es voraussichtlich auch zum Wiedersehen mit Ihrem früheren Spitzenspieler Hugo Calderano kommen. Mit welchen Gefühlen blicken Sie dieser Begegnung entgegen?

Persönlich habe ich großen Respekt vor Hugo Calderano – sowohl als Mensch als auch als Spieler. Wir haben in den letzten Jahren viele Momente miteinander geteilt. Dennoch bin ich überzeugt, dass beide Seiten ihren beruflichen Verpflichtungen treu bleiben werden. Unser Team wird alles daransetzen, seine Mannschaft zu schlagen, während er alles geben wird, für sein neues Team zu gewinnen.

Vielen Dank für das Gespräch, Bogdan Pugna.

Florian Manzke

Beitragsbild oben: Bogdan Pugna Trainer der TTF Liebherr Ochsenhausen (Foto: TTF Liebherr Ochsenhausen)

TTBL Redaktion
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15.09.2026

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