Bundesliga

Final4-Stars im Interview Benedikt Duda (TTC Schwalbe Bergneustadt): „Wir sind noch nicht fertig und wollen ein bisschen mehr“
Benedikt Duda steht mit dem TTC Schwalb Bergneustadt beim Liebherr TTBL Final4 in Frankfurt (30./31. Mai) im Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft. Im Interview spricht der Vize-Europameister über den Stellenwert der Final4-Teilnahme für seinen Klub, wichtige Weichenstellungen und die Auswirkungen der Modus-Änderungen bei der Bundesliga-Endrunde.
Benedikt Duda, in wenigen Tagen steht das Liebherr TTBL Final4 in Frankfurt bevor. Wie weit sind Ihr Klub TTC Schwalbe Bergneustadt und Sie schon in Form?
Wir werden uns jetzt die letzte Woche vor dem Final4 intensiv in Bergneustadt darauf vorbereiten. Ich denke, die Jungs sind alle in Form, körperlich fit und hungrig, um da ein gutes Halbfinale zu spielen.
Frankfurt ist Ihr erster Wettbewerb seit Ende der Mannschafts-WM zu Monatsbeginn in London. Hat Sie das Ergebnis von London dadurch noch länger beschäftigt?
Mit den Ergebnissen in London war ich persönlich nicht zufrieden, ich wollte weiter nach oben, aber so ist leider der Sport. Ich habe daraus meine Schlüsse gezogen und werde weiter an mir arbeiten, dass die nächsten Schritte nach vorne kommen.
Wie haben Sie nach der WM regeneriert und die Zeit überbrückt?
Ich habe knapp eine Woche pausiert, bin mit meiner Familie unterwegs gewesen, habe die Zeit zu Hause genossen und bin dann wieder ins Training eingestiegen.
Bergneustadt und Sie nehmen erst zum zweiten Mal nach der Premiere 2019 am Halbfinale um die Meisterschaft teil. Welchen Stellenwert hat das für Ihren Klub?
Für Bergneustadt ist das natürlich ein absolutes Highlight. Wir haben jetzt lange auf solche Ergebnisse hingearbeitet, und für die Fans ist das natürlich eine super Sache und für den Verein eben auch. Aber wir sind ja noch nicht fertig, wir wollen natürlich noch ein bisschen mehr.
Was hat Bergneustadt aus Ihrer Sicht in der regulären Saison zu einer der vier stärksten Mannschaften gemacht?
Ich denke, wir haben gute Grundlagen geschaffen, wir haben ganz klar kommuniziert, was das Ziel ist, was wir dafür machen müssen, welche Vorbereitungen wir dafür treffen müssen.
Alles zusammen hat uns einfach dazu gebracht, dass wir zu den vier besten Teams der Liga gehören.
Was machte im Vergleich dazu in den vorangegangenen Jahren den Unterschied?
Vorher liefen einige Sachen in der Mannschaft nicht rund. Es wurde nicht professionell genug gearbeitet. Als Leader habe ich dann die Messlatte etwas höher gesetzt, bestimmte Standards gesetzt, um eben ein besseres Team zu formen. Und die Jungs haben es in dieser Saison echt gut gelöst. Deswegen sind wir in dieser Saison bislang auch so weit gekommen.
Sie selbst verbuchten als Vielspieler die beste Bilanz aller TTBL-Akteure. Wie haben Sie den oft beklagten Spagat zwischen Bundesliga und internationalen Turnieren so erfolgreich handhaben können?
Ganz ehrlich - das weiß ich selbst nicht. Meine internationalen Leistungen haben vor allem Anfang des Jahres unter den ganzen Bundesligaspielen, die wir hatten, gelitten. Im Nachhinein war es dann eben so, dass ich sehr gut in der Liga gespielt habe. Meine internationalen Ergebnisse haben leider darunter gelitten. Im Großen und Ganzen ist es einfach nicht leicht, das alles so zu handhaben, und da bin ich einfach froh, dass wir mit Bergneustadt ins Halbfinale eingezogen sind.
Für das Halbfinale hat sich Borussia Düsseldorf als Hauptrunden-Gewinner Ihre Mannschaft als Gegner ausgesucht. Was waren Ihrer Meinung nach die Gründe für diesen Pick?
Ich kann mir vorstellen, dass wir auf dem Papier einfach als der etwas schwächere Gegner erscheinen könnten. Ansonsten müsste man Borussia Düsseldorf fragen, warum sie gerade uns gewählt haben.
Das Halbfinale wird in einem Spiel entschieden: Welche Chancen auf den Einzug ins Finale rechnen Sie sich aus?
Dadurch, dass nur noch ein Halbfinalspiel stattfindet, ist natürlich alles offen. Wenn man da alles reinlegt, wenn das Team einen super Tag erwischt, kann das Ergebnis in alle Richtungen gehen. Wir sind jedenfalls auch bereit und gehen da mit Vollgas und breiter Brust ins Halbfinale gegen Düsseldorf.
Wenn es möglich gewesen wäre: Welche der drei anderen Final4-Mannschaften hätten Sie für das Halbfinale ausgewählt?
Ehrlicherweise habe ich mir darüber keine Sekunde Gedanken gemacht. Die Situation hat das ja im Großen und Ganzen nicht hergegeben, weil wir nicht Erster geworden sind. Wäre es so gekommen, dann hätten wir wohl die Mannschaft gewählt, bei der es am besten für uns gepasst hätte.
Der neue Final4-Modus ist auch zur Entzerrung des dichten Terminkalenders im Tischtennis beschlossen worden. Halten Sie durch die Reform positive Auswirkungen für die Spieler für wahrscheinlich?
Ja, ganz offen gesagt denke ich schon, dass der Final4-Modus unsere Termine etwas entzerrt und wir dadurch ein bisschen mehr Luft bekommen. Das ist schon mal eine gute Sache, dass die Liga in diese Richtung reagiert hat. Hoffentlich gibt es seitens der Liga noch weitere Maßnahmen, um den Terminplan weiter zu entzerren.
Vielen Dank für das Gespräch, Benedikt Duda.
Florian Manzke








