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Bad Königshofen gewinnt Abstiegskracher

Bundesliga

Bad Königshofen gewinnt Abstiegskracher

Bad Königshofen gewinnt Abstiegskracher

Der TSV Bad Königshofen hat vor heimischem Publikum in der elektrisierten Shakehands-Arena einen wichtigen Schritt auf dem Weg zum Klassenerhalt gemacht. Gegen Tabellenschlusslicht ASC Grünwettersbach gewannen die Oberfranken 3:0 und haben damit im direkten Duell zwei Spieltage vor Schluss den Vorsprung auf vier Punkte erhöht. Dem ASC droht nach der zwölften Pleite in Folge nun der Abstieg in die Zweitklassigkeit – die Karlsruher gewannen seit Mitte November kein Spiel in der Tischtennis-Bundesliga (TTBL).

Vom ersten Ballwechsel an war die Tragweite der Begegnung zu spüren. Unter den vielen Heimfans in der prall gefüllten Shakehands-Arena war auch ein großer Block ASC-Fans, die ihren Spielern in dem so wichtigen Auswärtsspiel Rückenwind geben wollten. Die Ausgangslage war klar: Der Gewinner würde den sportlichen Klassenerhalt in der eigenen Hand haben, dem Verlierer droht der Abstieg. „Die Situation, die Grünwettersbach und wir haben, will natürlich kein Verein haben, dass man so unten herumeiert und um den möglichen Abstieg spielt“, sagte Bad Königshofens Daniel Habesohn nach dem Spiel bei Dyn: „Demnach war die Spannung vor dem Spiel sehr hoch.“

Steger macht den Auftakt

Dementsprechend kam es auf Souveränität und Ruhe in dem brisanten Duell an – und kaum ein Spieler strahlt diese Attribute in dieser TTBL-Saison so aus wie TSV-Routinier Bastian Steger. Der ehemalige Nationalspieler stieg im ersten Generationenduell des Abends gegen Tom Jarvis in die Box und brachte die Begegnung auf Seiten der Gastgeber. Zwar ging der erste Satz deutlich mit 11:2 an den Briten, Steger konterte jedoch prompt ebenfalls mit einem 11:2-Satzgewinn und drehte den dritten Satz nach 1:5-Rückstand. Ein knappes 11:9 folgte zum Spielgewinn für Steger und die Oberfranken.

Habesohn gewinnt Schlüsselspiel

Es folgte die Begegnung zwischen Habesohn und Tiago Apolonia – zwei Spieler, die sich bereits aus Schülerzeiten kennen und Hunderte Male gegeneinander gespielt haben, wie der 39-Jährige verriet. „Mein Spiel war vielleicht der Öffner“, freute sich der Österreicher: „Tiago kann immer zwei Punkte machen, der ist immer gefährlich.“ Es war aber ein hartes Stück Arbeit: Apolonia führte bereits 2:1 und schien das Momentum auf seiner Seite zu haben. Doch ein paar Punkte in Serie im verlorenen dritten Satz bedeuteten für Habesohn die Kehrtwende. „Für mich war im dritten Satz der Moment entscheidend, als er hoch führte und ich noch ein paar Punkte in Serie gemacht habe.“, analysierte Habesohn: „Das konnte ich in den nächsten Satz mitnehmen und bin sensationell gestartet. Im fünften Satz ging es darum, wer die ruhigere Hand hat und genauer platziert.“ Der Fünfsatzsieg stellte die Führung für Bad Königshofen auf 2:0 vor der Pause.

Bertelsmeier mit der Entscheidung

Den Sieg vollendete direkt nach der Pause der Youngster Andre Bertelsmeier mit einem überraschend deutlichen 3:0-Erfolg über Ricardo Walther. Das TTBL-Urgestein ist weiterhin nach seiner Verletzung nicht am Leistungsmaximum, wie er am Dyn-Mikro erklärte. „Ich trainiere jeden Tag und bin in der Reha. So kann ich der Mannschaft aber nicht helfen“, sagte Walther frustriert: „Es ist schwierig, so zu spielen, wenn man noch große Defizite hat. Ich stehe hier und verliere die ganzen Spiele – eigentlich bin ich noch gehandicapt. Ich würde gerne helfen, es geht aber nicht.“ Seit Neujahr konnte der ASCler keins seiner sechs Einzel gewinnen.

Bad Königshofen so gut wie gerettet – Bad Homburg darf aufatmen

Durch den Sieg steigt der Vorsprung von Bad Königshofen auf Tabellenschlusslicht Grünwettersbach zwei Spieltage vor Ende auf vier Punkte. Somit fehlt den Oberfranken noch ein Sieg oder eine Niederlage des ASC, um aus eigener Kraft den Klassenerhalt zu schaffen. „Die Stimmungslage ist natürlich mega“, sagte Habesohn begeistert: „Momentan sind wir mega happy.“ Happy darf auch der TTC OE Clarity-Telefonie Systeme Bad Homburg sein: Die Hessen haben durch den Bad Königshofener Sieg auf der Couch den Klassenerhalt erreicht. Die sechs Punkte Vorsprung auf Grünwettersbach sind nicht mehr einzuholen.

Walther: „Es ist sehr beschissen“

Beim ASC Grünwettersbach setzte nach der Niederlage die Erkenntnis ein, dass der Klub kommende Saison nur in der zweiten Liga aufschlagen könnte. „Es ist sehr beschissen“, beschrieb Walther die Situation. Denn: Selbst, wenn die Karlsruher am Saisonende den letzten Platz belegen, ist noch offen, ob der Abstieg die Konsequenz sein wird. Der TSV Windsbach nimmt als einziger Zweitligist am Lizenzverfahren der TTBL teil, hat aber noch keine finale Entscheidung getroffen. „Man kann bei Windsbach nur spekulieren“, so Walther: „Man hört jeden Tag viel – der eine sagt ja, der andere sagt nein. Am Ende muss Windsbach sich das gut überlegen, die müssen ihre Entscheidung treffen. Wir können weiterhin nur warten.“

Der mögliche Abstieg ist die Konsequenz einer Ergebniskrise der Badener, die bis Mitte November des Vorjahres zurückreicht. Auf den 3:0-Sieg gegen den SV Werder Bremen folgten nun zwölf Niederlagen in Folge. „Wir stehen schon lange mit dem Rücken zur Wand, haben es im Januar und Februar eigentlich recht gut gemacht, haben aber nie gewonnen“, erklärte Walther: „Im März waren die letzten beiden Spiele auf dem Papier 0:3 und wir waren wahrscheinlich auch die schlechtere Mannschaft. Trotzdem waren kleine Chancen da, die wir im Moment einfach nicht nach Hause bringen.“ Grünwettersbach braucht an den letzten beiden Spieltagen Siege gegen Bergneustadt (16.04) und in Grenzau (19.04.), um theoretisch noch eine Chance auf den sportlichen Klassenerhalt zu haben.

Der 20. Spieltag in der Übersicht

TTC Zugbrücke Grenzau – Borussia Dortmund 3:1
Feng Yi-Hsin – Alberto Mino 3:1 (7:11, 11:4, 11:9, 11:4)
Maciej Kubik – Kristian Karlsson 1:3 (10:12, 11:6, 3:11, 7:11)
Luka Mladenovic – Cedric Nuytinck 3:2 (11:8, 11:9, 9:11, 9:11, 11:7)
Feng Yi-Hsin – Kristian Karlsson 3:2 (11:13, 8:11, 11:9, 12:10, 11:5)

1. FC Saarbrücken-TT – TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell 2:3
Fan Zhendong – Qing Yu Meng 3:0 (12:10, 11:5, 11:8)
Samuel Arpas – Ruwen Filus 0:3 (9:11, 4:11, 8:11)
Cedric Meissner – Fanbo Meng 1:3 (11:8, 8:11, 9:11, 8:11)
Fan Zhendong – Ruwen Filus 3:0 (11:3, 11:6, 11:6)
Meissner/Arpas – Meng/Meng 1:3 (6:11, 8:11, 11:6, 9:11)

SV Werder Bremen – Borussia Düsseldorf 2:3
Kirill Gerassimenko – Li Yongyin 3:0 (11:8, 12:10, 11:7)
Mattias Falck – Kanak Jha 2:3 (2:11, 11:3, 11:9, 10:12, 10:12)
Irvin Bertrand – Anton Källberg 2:3 (10:12, 11:7, 7:11, 13:11, 10:12)
Kirill Gerassimenko – Kanak Jha 3:0 (11:7, 12:10, 12:10)
Falck/Bertrand – Källberg/Li 2:3 (3:11, 11:7, 11:6, 5:11, 8:11)

TTC Schwalbe Bergneustadt – TTC OE Clarity-Telefonie Systeme Bad Homburg 3:1
Benedikt Duda – Juan Perez 3:0 (11:5, 11:7, 11:6)
Adrien Rassenfosse – Jo Yokotani 0:3 (11:13, 11:13, 4:11)
Romain Ruiz – Benno Oehme 3:1 (11:2, 11:8, 7:11, 11:4)
Benedikt Duda – Jo Yokotani 3:0 (11:9, 12:10, 11:7)

TTF Liebherr Ochsenhausen – Post SV Mühlhausen 0:3
Iulian Chirita – Ovidiu Ionescu 2:3 (8:11, 11:5, 11:4, 6:11, 3:11)
Leonardo Iizuka – Kay Stumper 0:3 (9:11, 6:11, 8:11)
Andreas Levenko – Steffen Mengel 1:3 (9:11, 9:11, 14:12, 6:11)

TSV Bad Königshofen – ASC Grünwettersbach 3:0
Bastian Steger – Tom Jarvis 3:1 (2:11, 11:2, 12:10, 11:9)
Daniel Habesohn – Tiago Apolonia 3:2 (9:11, 11:4, 5:11, 11:1, 11:6)
Andre Bertelsmeier – Ricardo Walther 3:0 (11:6, 11:6, 11:9)

Alle Partien werden live bei Dyn übertragen.

Die aktuelle Tabelle der Tischtennis Bundesliga (TTBL) finden Sie hier.

Beitragsbild: Andre Bertelsmeier vom TSV Bad Königshofen (Foto: Hermann Zacher).

TTBL Redaktion
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29.03.2026

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