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Final4 der Champions League: Historische Chance für Saarbrücken
Das Final4 der Champions League setzt am dritten Mai-Wochenende (16./17. Mai) die Crunch Time im internationalen Tischtennis fort. Für Stars der TTBL-Spitzenteams von Gastgeber 1. FC Saarbrücken-TT und Rekordsieger Borussia Düsseldorf bedeutet die Endrunde um Europas Krone kurz nach einer medaillenlosen Team-WM in London einerseits eine willkommene Gelegenheit zur Frustbewältigung, aber andererseits auch schon wieder die Möglichkeit zu Fingerzeigen für das Liebherr TTBL Final4 zwei Wochen später (30./31. Mai) in Frankfurt.
Die beiden Königsklassen-„Dominatoren“ der vergangenen Jahre gehen aus unterschiedlichen Ausgangsposition in den Kampf um den wichtigsten Vereins-Titel auf dem Kontinent. Saarbrücken gilt mit seinem „Dream Team“ um den chinesischen Superstar Fan Zhendong und Kapitän Patrick Franziska nicht nur für das Halbfinale gegen die polnischen Spitzenmannschaft KS Bogoria Grodzisk Mazowiecki als der Favorit schlechthin. Dagegen sieht sich Düsseldorf mit Franziskas Nationalmannschafts-Kollegen und Top-10-Star Dang Qiu gegen AS Nimes/Montpellier und die französischen Lebrun-Brüder Felix und Alexis in der Rolle des Herausforderers.
Die Ausrichter bemühen sich bedingt um höfliches Understatement. „Wir machen nicht den Fehler, schon vor dem Halbfinale ans Endspiel zu denken“, meint der 33-Jährige, lässt die Ambitionen des FCS-Starensembles jedoch durchaus erahnen: „Wir haben mit Fan, Truls Möregardh, Darko Jorgic und mir schon eine sehr, sehr gute Mannschaft.“
Die Blau-Schwarzen haben bei Fan Zhendongs Abschiedsvorstellung in Saarbrücken vor seinem Transfer im Sommer nach Düsseldorf ein historisches Ziel: Durch eine erfolgreiche Titelverteidigung würde der Pokalsieger als erster deutscher Klub zum vierten Mal nacheinander in der Champions League triumphieren. Das „Quadruple“ gelang in der Geschichte des Wettbewerbs bisher nur RV Charleroi aus Belgien 2004 mit seiner nationalen Sport-Ikone Jean-Michel Saive. „Natürlich“, sagt Franziska in Anspielung auf die Chance auf ein Kapitel Champions-League-Geschichte, „sind wir heiß, solch einen einmaligen Erfolg vor unseren eigenen Fans zu schaffen.“
Nur zu gerne würde Champions-League-Premierensieger Düsseldorf das verhindern. Doch zuvor haben die Rheinländer gegen Montpellier nach Einschätzung von Qiu „eine sehr, sehr schwierige Monsteraufgabe“ zu bewältigen. Das von den Fans erhoffte „Traumfinale“, wie in den vergangenen vier Jahren gegen Saarbrücken, hält der Ex-Europameister für „genauso schwierig“.
Das Duell mit den Lebrun-Brüdern – der Olympia-Dritte Felix ist die Nummer vier der Welt und Europameister Alexis nur acht Positionen tiefer eingestuft - schätzt Borussen-Trainer Danny Heister ebenfalls als „schweren Brocken“ ein. Der Viertelfinalerfolg seines Teams im Vorjahr ist für den Niederländer inzwischen ein Muster ohne Wert: „Die beiden Lebruns haben sich in den vergangenen Monaten nochmal verbessert.“ Heisters Schlussfolgerung: „Wir sind gegen Montpellier nicht der Favorit.“
Dennoch denkt Düsseldorfs Erfolgscoach in keinster Weise an eine verfrühte Kapitulation. „Gerade in der Champions League“, stellt der 54-Jährige klar, „mit dem fünften Satz nur bis zum sechsten Punkt gibt es mehr Möglichkeiten als in einem normalen Satz bis elf. Auch wenn man nicht Favorit ist, bekommt man Chancen, man muss in diesem Moment aber auch bereit sein, diese Chance zu nutzen. Das wollen wir sein.“
Florian Manzke
Beitragsbild oben: Patrick Franziska (Foto: Ulrich Höfer)








