Bundesliga

Ernüchterung bei Fans Bundesliga-Debüt – nur Jorgic punktet
Es war das Highlight des ersten Spieltages der Tischtennis Bundesliga (TTBL): der erste Auftritt von Olympiasieger Fan Zhendong im Trikot des 1. FC Saarbrücken. Der Königstransfer der Saarländer versetzte die gesamte Tischtennisszene in einen regelrechten Hype. Doch der TTC Schwalbe Bergneustadt erwies sich als Spielverderber.
Fan Zhendong ist auch nur ein Mensch. Das neue Zugpferd der Tischtennis Bundesliga (TTBL) gab am ersten Spieltag sein Bundesliga-Debüt für den 1. FC Saarbrücken. Der Olympiasieger, zweifache Einzel-Weltmeister und vierfache World-Cup-Sieger blieb bei seinem ersten Einsatz allerdings weit hinter den in ihn gesetzten Erwartungen zurück. Am Ende des ersten Spieltages steht der Chinese bei einer 0:2-Bilanz und trägt großen Anteil daran, dass Saarbrücken mit einer Niederlage gegen den TTC Schwalbe Bergneustadt in die Spielzeit startet.
Der Man of the match war auf Seiten der Rheinländer zwar Benedikt Duda, der zwei Siege zum Gesamterfolg beitrug, doch Romain Ruiz war der Türöffner. Ruiz traf in der ersten Begegnung des Tages auf Fan Zhendong und wuchs mit einer starken Leistung über sich hinaus. Furchtlos trat der Franzose seinem vermeintlich übermächtigen Gegner gegenüber. Immer wieder punktete er mit seinem unkonventionellen Spielstil und seinem Strawberry-Rückschlag und ließ sich auch vom 1:2-Satzrückstand nicht entmutigen. Ein Matchplan, der aufging, wie Benedikt Duda nach dem Spiel gegenüber Dyn erläuterte.
Fan Zhendong scheitert an „Harakiri-Spiel“
„Gegen Romain Ruiz‘ unkonventionelles Harakiri-Spiel ist es unglaublich unangenehm zu spielen“, so Duda. „Man kann gegen ihn nicht nur einfach den Ball auf den Tisch spielen.“ So entschieden sich die Bergneustädter Ruiz im ersten Duell auf Fan treffen zu lassen und hofften, dass der Chinese etwas Zeit benötigte, um sich an die neue Umgebung zu gewöhnen. Ein Plan, der aufging.
Und auch der letzte Auftritt gehörte dem 28-Jährigen aus dem Reich der Mitte. Doch erneut war es kein erfolgreicher. Auch Duda zeigte an diesem Tag eine herausragende Leistung und brachte Fan die zweite Niederlage innerhalb weniger Stunden bei. In den letzten beiden Durchgängen gelangen Fan insgesamt nur acht Punktgewinne. „Ich habe heute jeden Ball von Fan Zhendong gefühlt. Ich war gut drin, nachdem ich das erste Spiel gewonnen habe.“ Zuvor hatte Duda Eduard Ionescu mit 3:1 bezwungen und so für die zwischenzeitliche 2:0-Führung gesorgt. Den einzigen Saarbrücker Punkt holte Darko Jorgic mit einem überzeugenden 3:0 gegen Adrien Rassenfosse.
Eingewöhnungszeit für den Chinesen
Doch auch wenn nach der großen Euphorie rund um den Transfer und das Bundesliga-Debüt von Fan zunächst Ernüchterung einkehrt, wollten die Saarländer die Auftaktniederlage nicht zu hoch hängen und warben um etwas Geduld mit dem Topspieler. „Das Spiel hier ist absolut anders als in China – die Bälle, die Tische, die Spieler. Wir haben noch viele Spiele – der alte Fan Zhendong wird zurückkommen“, versprach etwa Jorgic.
Die nächst Chance bietet sich gleich am nächsten Wochenende, wenn es mit dem zweiten Spieltag weitergeht. Saarbrücken gastiert dann beim TSV Bad Königshofen, Bergneustadt empfängt den amtierenden Deutschen Meister, die TTF Liebherr Ochsenhausen. Beide kommenden Gegner sind mit einer Niederlage in die neue Spielzeit gestartet.
Der 1. Spieltag in der Übersicht
1. FC Saarbrücken TT – TTC Schwalbe Bergneustadt 1:3
Fan Zhendong – Romain Ruiz 2:3 (11:13, 11:4, 11:9, 5:11, 6:11)
Eduard Ionescu – Benedikt Duda 1:3 (11:9, 8:11, 4:11, 12:14)
Darko Jorgic – Adrien Rassenfosse 3:0 (11:5, 11:4, 13:11)
Fan Zhendong – Benedikt Duda 1:3 (9:11, 11:4, 5:11, 3:11)
TTC Zugbrücke Grenzau – TSV Bad Königshofen 3:1
Luka Mladenovic – Andre Bertelsmeier 1:3 (11:8, 8:11, 10:12, 4:11)
Martin Allegro – Daniel Habesohn 3:1 (9:11, 11:8, 11:8, 11:1)
Samuel Walker – Bastian Steger 3:2 (6:11, 9:11, 11:6, 23:21, 11:8)
Maciej Kubik – Daniel Habesohn 3:1 (11:4, 12:10, 6:11, 11:7)
SV Werder Bremen – TTC OE Clarity Telefonie-Systeme Bad Homburg 3:2
Kirill Gerassimenko – Jo Yokotani 1:3 (11:8, 14:16, 7:11, 5:11)
Irvin Bertrand – Csaba Andras 3:2 (9:11, 11:8, 9:11, 11:9, 11:5)
Mattias Falck – Juan Perez 3:1 (11:2, 11:8, 7:11, 11:3)
Kirill Gerassimenko – Csaba Andras 2:3 (9:11, 11:9, 10:12, 16:14, 9:11)
Mattias Falck/Irvin Bertrand – Benno Oehme/Jo Yokotani 3:0 (11:8, 11:6, 11:8)
TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell – Borussia Düsseldorf 1:3
Jonathan Groth – Dang Qiu 0:3 (6:11, 4:11, 7:11)
Fanbo Meng – Kanak Jha 0:3 (4:11, 5:11, 3:11)
Dimitrij Ovtcharov – Li Yongyin 3:2 (11:7, 8:11, 11:6, 9:11, 11:6)
Jonathan Groth – Kanak Jha 1:3 (11:13, 11:, 8:11, 4:11)
TTF Liebherr Ochsenhausen – Borussia Dortmund 1:3
Iulian Chirita – Cedric Nuytinck 3:2 (4:11, 11:5, 11:9, 9:11, 11:5)
Tiago Abiodun – Anders Lind 0:3 (7:11, 10:12, 4:11)
Andreas Levenko – Kristian Karlsson 0:3 (4:11, 10:12, 9:11)
Iulian Chirita – Anders Lind 0:3 (9:11, 7:11, 6:11)
Post SV Mühlhausen – ASC Grünwettersbach 3:1
Steffen Mengel – Tiago Apolonia 3:1 (11:8, 9:11, 11:8, 11:7)
Kay Stumper – Hiroto Shinozuka 1:3 (11:7, 6:11, 8:11, 3:11)
Marcos Freitas – Ricardo Walther 3:1 (11:6, 11:13, 14:12, 11:5)
Steffen Mengel – Hiroto Shinozuka 3:2 (12:10, 9:11, 11:8, 15:17, 11:2)
Alle Partien der TTBL werden live und auf Abruf bei Dyn übertragen.
Beitragsbild oben: Darko Jorgic (Foto: BeLa Sportfoto)