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Interview mit Kristian Karlsson (Borussia Dortmund): „Unser Ziel ist die höchstmögliche Platzierung"

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Interview mit Kristian Karlsson (Borussia Dortmund): „Unser Ziel ist die höchstmögliche Platzierung"

Interview mit Kristian Karlsson (Borussia Dortmund): „Unser Ziel ist die höchstmögliche Platzierung"

Borussia Dortmund wird in der TTBL seit Wochen von einer Welle des Erfolgs getragen und klopft nach fünf Siegen nacheinander an der Tür zu den Play-offs. Im Interview spricht Dortmunds schwedischer Starspieler Kristian Karlsson über die Bedeutung des Sensationssieges gegen den 1. FC Saarbrücken-TT, den Stellenwert des BVB für die ganze Stadt Dortmund und seine Zukunft bei den Schwarzgelben.

Kristian Karlsson, Ihr Team Borussia Dortmund ist in der TTBL als einziger Klub mit fünf Siegen nacheinander die Mannschaft der Stunde. Haben Sie in letzter Zeit viel gefeiert?

Nein, wir haben nicht so viel gefeiert. Aber man kann natürlich wirklich sagen, dass die letzten Spiele eher gut für uns verlaufen sind, und wir sind natürlich über jeden Sieg glücklich, weil wir so gut wie möglich abschneiden wollen. Das Momentum ist gerade auf der Seite unseres Teams, auch weil Adam Szudi bewiesen hat, dass er ein wirklich sehr starker Bundesliga-Spieler nicht nur bekanntermaßen im Doppel ist, sondern eben auch im Einzel.

Von den fünf Siegen war das 3:2 gegen den 1. FC Saarbrücken-TT der spektakulärste Erfolg. Was ist dabei der entscheidende Faktor gewesen?

Es ist schwer, für dieses Spiel einen bestimmten Faktor als ausschlaggebend zu benennen. Mir wird aber in guter Erinnerung bleiben, dass es uns wirklich viel Spaß gemacht, zum ersten Mal als Mannschaft vor einer solch großen Kulisse zu spielen. Für mich war es natürlich auch etwas Besonderes, gegen Fan Zhendong zu spielen. Dass wir ohne unseren Topmann Anders Lind gegen Saarbrücken mit Fan Zhendong gewonnen haben, macht das Ergebnis für uns noch wertvoller.

Sie haben in dem Spiel wieder einmal gegen Ihren Schwager Patrick Franziska gespielt und dieses Mal gewonnen. Ist das allgemein anschließend in Ihrer Familie noch mehrere Tage - auch wenn Sie einmal verlieren - eine Thema für spaßige Sprüche oder Witze?

Ja, es kommen eigentlich immer Sprüche, wenn wir gegeneinander spielen. 'Franz' hatte vorher unsere letzten vier Spiele gewonnen, da hatte ich mir einiges anhören können, auch wenn ich immer knapp dran war. Ich bin aber froh, dass ich ihn jetzt mal endlich wieder schlagen konnte, ein bisschen auch, weil ich ihn jetzt die nächste Zeit ein bisschen ärgern darf. Aber ernsthaft: Es macht Spaß gegen ihn zu spielen, er ist ein geliebtes Familienmitglied.

Wem gelten eigentlich in solchen Spielen die Sympathien Ihrer Schwester Frida? Drückt Sie ihrem Mann Patrick Franziska oder Ihnen die Daumen?

Ich denke, dass Frida möglicherweise für niemanden jubelt. Okay, vielleicht ein bisschen für Patrick, aber das ist auch völlig okay, er ist ja der Vater ihrer Kinder. Aber nein, insgesamt ist Frida völlig neutral und tröstet immer zuerst denjenigen von uns, der verloren hat.

Gegen Saarbrücken haben Sie gegen Fan Zhendong Ihre einzige Niederlage ohne eigenen Satzgewinn hinnehmen müssen. Weil die ganze TTBL-Community über Fan Zhendong spricht: Was macht Fan aus Ihrer Sicht zu einem so besonderen Spieler?

Es ist schwierig, einen einzelnen Punkt hervorzuheben. Fan ist nach Ma Long wohl der größte Spieler aller Zeiten, er ist ein absolut kompletter Spieler, und es macht Spaß, ihn spielen zu sehen. Es ist wunderbar, ihn in der Bundesliga zu haben.

Es gibt im Sport ja immer wieder Erfolge, die Wege für Vereine frei machen. Ist der Sieg des BVB gegen Saarbrücken so ein Sieg gewesen?

Nein, das denke ich nicht. Natürlich ist es toll, einen der Topfavoriten auf den Titel zu besiegen, aber auch dafür gibt es nur zwei Punkte. Für diese zwei Punkte kämpfen wir in jedem Spiel, weil wir am Ende das bestmögliche Endergebnis möchten, und wir sind auf einem guten Weg, für Dortmund in der Abschlusstabelle eine neue Bestmarke zu erreichen. Dafür ist jedes Spiel wichtig.

Sie haben mittlerweile acht Punkte Vorsprung auf die Abstiegszone und sind punktgleich mit dem Tabellenvierten. Haben Sie intern schon einmal über die Play-offs als neues Saisonziel nachgedacht?

Unser neues Ziel, wenn man so möchte, ist die höchstmögliche Platzierung. Es geht um jeden Rang, weil wir dadurch zeigen können, was wir schaffen können, und es danach einfacher ist, für die nächste Saison wieder ein höheres Ziel zu verfolgen. Wir wollen einfach nur immer weiter nach oben klettern.

Sie spielen Ihre erste Saison in Dortmund und stehen positiv. Entsprechen Ihre bisherigen Ergebnisse Ihren Erwartungen?

Ja, ich glaube, dass sich meine Resultate wirklich im Rahmen der Erwartungen bewegen. Nicht überragend gut, aber auch nicht sehr schlecht - normal, würde ich sagen. Das 1:0 im Doppel ist gut, aber ich könnte noch mehr zu unseren Doppeln beitragen, wenn wir mit unserer kompletten Mannschaft in die Doppel müssten.

Die Rückrunde ist auch immer die Zeit von Personalentscheidungen. Werden Sie auch nächste Saison bei Borussia Dortmund spielen?

Wir sind für die nächsten Jahre in Verhandlungen. Aber ich sehe mich noch eine lange Zeit für Dortmund spielen.

Der BVB hat allgemein - vor allem aber natürlich durch seine Fußball-Fans - den Ruf eines sehr emotionalen Vereins. Können Sie das auch im Tischtennis spüren?

Man spürt definitiv, dass sie ganze Stadt den Verein und die Mannschaft atmet. Wenn Du das Trikot oder die Vereinskleidung trägst, jubeln Dir die Leute zu, egal, in welcher Sportart. Es ist ein cooles Gefühl, Teil eines so elementaren Teils von ganz Dortmund zu sein.

Haben Sie im Saisonverlauf schon ein Fußballspiel des BVB im Stadion besuchen können?

Leider noch nicht. Wir versuchen, unsere Kalender zusammen darauf abzustimmen, aber das ist einfacher gesagt als getan. Aber wenn sich die Gelegenheit ergibt, werden wir sie ganz sicher nutzen.

Vielen Dank für das Gespräch, Kristian Karlsson.

Florian Manzke

TTBL Redaktion
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29.01.2026

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